Juni 12

Virtuelles Wasser – der heimliche Wasserverbrauch

In Deutschland gibt aktuell einen durchschnittlichen Trinkwasserverbrauch von 120 Litern pro Tag. Zuerst klingt das gar nicht so viel, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in den 70er-Jahren noch bei über 145 Liter pro Person lag. Außerdem ist dieser Wert durchaus geringer als beispielsweise der Trinkwasserverbrauch in der USA oder Indien pro Person. Deshalb sollte man das durchaus als Fortschritt betrachten und sich darüber freuen. Dazu zeigt es, dass es den Deutschen immer wichtiger ist nachhaltig zu handeln und auch das sollte auf jeden Fall positiv gesehen werden.

Jedoch gibt es eben in immer mehr Ländern weltweit Wasserknappheit und teilweise zählt wirklich jeder Liter. Manche Länder, wie zum Beispiel der Sudan und Ägypten, kämpfen zur Zeit sogar schon um Wasser, da beide vom Wasser des Nils abhängig sind und es aufgrund eines Staudammprojekts des Sudans zu Konflikten kommt. In Kapstadt in Südafrika wurde seit Februar sogar schon der tägliche Trinkwasserverbrauch auf 50 Liter pro Person beschränkt. Das entspricht weniger als der Hälfte des aktuellen deutschen Wertes.  Jeder deutsche Staatsbürger würde auf die Barrikaden gehen, wenn es hieße, dass der Wasserverbrauch derartig begrenzt wird. Vielleicht sollte jeder von uns sich also nochmals überlegen, ob es nicht möglich ist, irgendwo doch noch Wasser zu sparen. Natürlich kann man an der Lage dort erstmals nichts ändern, aber zumindest kann man so vielleicht eine weitere Eskalation der Lage vermeiden.

5 Tipps zum Wassersparen:
1. Duschen statt Baden
(mit einem Vollbad verbrauchst du etwas 150-200 Liter Wasser, beim Duschen dagegen kommst du mit 60-80 Litern klar)
2. Wasserhahn aus beim Zähneputzen
3. Sparprogramm nutzen bei Geräten wie Waschmaschine oder Spülmaschine
4. Regenwasser zum Gießen von Rasen und Pflanzen nutzen
5. Rasen nur bei Trockenheit gießen

Jedoch muss man sagen, dass wir indirekt täglich noch viel mehr Wasser verbrauchen als diese 210 Liter. Es sind jeden Tag 2000 bis 6000 Liter Wasser nötig, um die tägliche Nahrung für einen Menschen zu produzieren. Kaum einer weiß, dass beispielsweise die Erzeugung von einem Kilogramm Schweinefleisch ca. 4 800 Liter Wasser und die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch sogar 15 000 Liter kostet. Diese Menge, die als virtuelles Wasser bezeichnet wird, steigt jährlich, da die Weltbevölkerung rasant wächst und somit auch der Bedarf nach Nahrungsmitteln, insbesondre nach Fleisch. Für einen Unternehmer, der in der Lebensmittelindustrie tätig ist, erscheint dies natürlich fast immer positiv, da somit auch mehr Gewinn gemacht. Leider wird dabei selten auf die Menge des bei der Produktion benötigten Wassers geachtet. Um etwas zu ändern, müsste in Zukunft dran gearbeitet werden mehr Nahrung mit weniger Wasser zu produzieren und auch weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Wenn nur das, was wirklich konsumiert wird, gekauft wird, geht zumindest kein Wasser unnötig verloren und somit wäre das aktuell wenigstens ein Anfang.

Auch für mich ist Wasser leider teilweise eine Selbstverständlichkeit. Das erste Mal über die Bedeutung von Wasser habe ich vor ca. einem halben Jahr nachgedacht, als wir aufgrund von bisher ungeklärten Verunreinigungen fast einen Monat auf Wasser aus der Leitung verzichten mussten und deshalb Unmengen von Wasser im Laden auch zum Händewaschen oder Kochen kaufen mussten. Nach ca. zwei Wochen durften wir das Wasser aus der Leitung zwar abgekocht wieder verwenden, jedoch hatte ich jedes Mal, wenn ich das Wasser benutzt habe, ein mulmiges Gefühl. Wenn ich bedenke, dass Menschen in vielen Ländern fast nie Zugang zu sauberem Wasser haben bzw. weite Strecken zu Fuß zurücklegen müssen, um einen Kanister mit relativ sauberem Wasser zu holen, bekomme ich fast ein schlechtes Gefühl. Vielleicht sollte man sauberes Wasser nicht immer als Selbstverständlichkeit sehen, denn für Millionen von Menschen ist es ein Luxusprodukt. Ich werde in Zukunft auf jeden Fall versuchen, meinen Wasserverbrauch einzuschränken und mal schauen, wie weit das geht.


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Veröffentlicht12. Juni 2018 von admin in Kategorie "Wasser

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