Dezember 17

Tierschutz – was geht mich das an?

Wenn man einmal über die Frage „Tierschutz – was geht mich das an?“ nachdenkt, dann geht es einen sehr viel sogar an.

Billig, billiger, am billigsten. Das ist die einzige Devise von Discountern, Supermärkten  und anderen Läden.  Dabei kommen aber meist die Tiere zu kurz.

Schaut man sich einmal  Videos zu Massentierhaltung an, sieht man, was dahintersteckt. Tausende Tiere,  eingepfercht auf engstem Raum, fast immer unfähig, sich frei zu bewegen.

Ich selber wohne auf dem Land -um ehrlich zu sein wirklich sehr sehr ländlich- und sehe fast täglich Bauernhöfe mit Kuhställen. Hier gibt es zum Glück keine Massentierhaltung, aber die hiesige Unterbringung der Tiere kann ich dennoch nicht sonderlich befürworten -aber, Wohl oder Übel, nachvollziehen. Die Bauern erhalten niedrigste Preise für die Milch ihrer Kühe, das Fleisch wird sowieso nur weit unterhalb vertretbarer Preise verkauft und somit bleibt ihnen nichts anderes übrig, als möglichst viele Nutztiere auf möglichst kleinem Raum zu halten. Den ganzen Tag müssen die Tiere dort stehen, erhalten Futter und Trinken, können ihre Notdurft verrichten und das war’s.

Die einzige Haltung von Kühen, die ich akzeptabel bis gut finde, ist die Freilandhaltung auf großen Wiesen mit genügend Auslauf und Privatsphäre (falls man das bei Tieren so nennen kann). Glücklicherweise sehe ich diese Art der Tierhaltung immer öfter in Deutschland; nicht nur in den Alpen, wo die Bergbauern ja dafür bekannt sind, ihre Rinderherden auf weiten Flächen zu halten und im Herbst erst für die Überwinterung gen Tal zu treiben. Ebenso beginnen mehr und mehr Menschen Bio-Produkte zu kaufen und lieber das etwas teurere Fleisch -dafür aus artgerechter Tierhaltung- zu kaufen.

Auch meine Familie besitzt ein paar Kühe (Schottische Hochlandrinder um genau zu sein), aber im Gegensatz zu den unter Druck stehenden Bauern sind sie nicht zum Geldgewinn für den Lebensunterhalt gedacht, sondern rein aus Spaß und Hobby bei uns untergestellt. Ohne diesen Leistungsdruck ist es uns zum Glück möglich, die zwei ausgewachsenen Kühe und ein Kälbchen auf einer fast einen Hektar großen Weide grasen zu lassen und nicht engst möglich einzusperren. Wenn man das kleine Kälbchen (es heißt Koko) dann beim rumspringen sieht und mit Kälbchen vergleicht, die im Kuhstall gleich nebenan aufgewachsen sind, bin ich jedes Mal froh, kein Bauer zu sein, denn diesen traurigen Anblick alltäglich zu erleben würde ich auf Dauer nicht ertragen.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht: ‚wie definiert man Tierschutz überhaupt? und ‚Ist das nicht das selbe wie das Verfechten der Tierrechte?‘

Als Tierschutz werden laut Wikipedia alle Aktivitäten von uns Menschen bezeichnet, welche Tieren helfen, ein artgerechtes Leben ohne psychische oder physische Leiden zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu den Tierrechtskämpfern zielen Tierschützer nicht darauf ab, Tiere aus den Gehegen und aus der Haltung von Menschen zu befreien, sondern möchten ihnen ’nur‘ ein gutes Leben gewährleisten.

Wie kann man sich selbst eigentlich für den Tierschutz engagieren?

Die meisten Städte haben eigene Tierschutzvereine, es gibt auch einen deutschlandweiten (Bundesverband Tierschutz e.V.), sowie zahlreiche Organisationen wie den WWF, bei denen man sich mit Spenden einbringen, oder auch als Mitglied fungieren kann. Wem das aber schon zu viel ist, der kann ja einfach mal beim nächsten Einkauf darauf achten, woher denn das billige Fleisch aus dem Kühlregal kommt und wie die Tiere wohl gehalten werden. Auch beim Kauf anderer Produkte wie Eiern kann eingesehen werden, wie die Tiere leben. Die rosa-roten Aufdrucke verraten Herkunft und Haltungsweise der Hennen, eine Erklärung findet ihr hier.

Wenn euch das Thema interessiert, informiert euch doch einfach mal über weitere Möglichkeiten des Tierschutzes und vergesst nicht, mit eurem Hund täglich spazieren zu gehen, denn auch das zählt unter den Tierschutz 😉

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Vielen Dank für die Klärung der Frage und die Möglichkeiten, die jeder sofort umsetzen kann!


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Veröffentlicht17. Dezember 2017 von admin in Kategorie "Tierschutz

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