März 10

Billiges Fleisch, frische Brötchen auch am Abend – muss das wirklich sein?

Die Bequemlichkeit vieler Menschen sorgt dafür, dass wir mit unseren Lebensmitteln nicht wirklich sinnvoll umgehen. Mehr dazu könnt ihr hier im Beitrag eines Schülers lesen:

Was Lebensmittel anbelangt, genießen wir Deutschen alle erdenklichen Vorzüge. Wir haben eine riesige Auswahl und können in großen Mengen wählen. Gerne wird dann zum Fleisch gegriffen – gewohnt billig aus dem Discounter. 60% des weltweit angebauten Weizens wird an Tiere verfüttert: Tiere die vorwiegend in westlichen Ländern verzehrt werden. Angesichts des weltweiten Hungers ist dies kaum hinzunehmen. Gigantische Monokulturen in Brasilien ermöglichen uns einen Fleischkonsum, der uns nachweißlich krank macht und beraubt brasilianische Kleibauern ihrer Existenzgrundlage. Auch in Deutschland kann ein Bauer nur von Viehzucht leben, wenn er in Massen produziert.

Dass dabei Qualität und Ethik auf der Strecke bleiben ist hinlänglich bekannt. In Nordrhein-Westfalen ist jedes zweite Feld ein Maisfeld. Durch den übermäßigen Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden ist vielerorts das Grundwasser nitratbelastet. Des Weiteren stößt ein Rind im Laufe seines meist traurigen Lebens große Mengen an Treibhausgasen in Form von Methan aus. 1 kg Rindfleisch erzeugt mehr Treibhausgase als eine Autofahrt von 250 km, gleichzeitig werden dafür 20 000 Liter Wasser benötigt. Fleisch ist also ein wertvolles Gut, das jedoch als solches von den Wenigsten verstanden wird. Lebensmittel generell. Mehr als 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln pro Jahr landen in Deutschland im Müll. Laut dem Öko-Aktivisten Raphael Fellmer könnte man damit 3,2 Milliarden Menschen ernähren. Zum Vergleich: 800 Millionen Menschen hungern. Schuld an dieser Verschwendung ist die Mentalität der Verbraucher. Zu jeder Zeit wollen wird die größtmögliche Auswahl. Verdeutlicht wird dies am Beispiel des Bäckers. Konsumenten verlangen auch abends nach dem gesamten Sortiment. Ein Umstand der dafür sorgt, dass manche Bäcker ihre Backöfen mit unverkauftem Brot heizen. Diese verschwenderische Art von Wirtschaft ist auch die, die am meisten Profit bringt, da sie sonst nicht angewandt werden würde. Wirtschaftliche Gewinne und unser Genuss dürfen aber nicht über alles andere gestellt werden. Alternativen gibt es schließlich zu Genüge, auch wenn sie vielleicht nicht ganz so lecker sind. Regionales und saisonales Gemüse. Dabei muss natürlich nicht ganz auf Fleisch verzichtet werden. Eine Mäßigung in Verbindung mit Wertschätzung gegenüber Fleisch wäre zumindest ein guter Anfang. Zukünftig könnten vielleicht sogar Insekten uns als Proteinquellen bieten. Diese verwerten ihre Nahrung viel effizienter als Rinder und Schweine, auch ohne den Ausstoß von Treibhausgasen. Außerdem arbeiten Wissenschaftler schon an Fleischkulturen, die gezüchtet werden. Dies alles sind notwendige Entwicklungen angesichts des steigenden Wohlstandes in China und Indien und der damit verbundenen erhöhten Nachfrage nach Fleisch.

Ich selbst muss zu meiner Schande gestehen, dass ich gerne Fleisch esse und dies auch weitgehend ohne Skrupel tue. Trotzdem versuche ich meinen Konsum zu reduzieren. Das Geringste, was ich tun kann ist es, die mir zur Verfügung stehenden Lebensmittel auch wirklich zu essen und noch verzehrbare Nahrung nicht wegzuwerfen. Mäßigung als Lebensmotto. Mein neuer Vorsatz für das Jahr 2018!


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Veröffentlicht10. März 2018 von admin in Kategorie "Einkaufen

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